Predigten

Predigt von Pfarrer Peter Göb zum 14. Sonntag im Jahreskreis

Es ist Ferienzeit, Urlaubszeit.
Manche sind unterwegs – andere sind zu Hause und lassen es gemütlich angehen.
Es gut den Schüler*innen und den Lehrkräften in den Schulen gut, keine Verpflichtungen zu haben.
Der Tag und manchmal auch die Nacht können anders gestaltet werden.
Es ist gut, dass Familien und Freunde Zeit füreinander haben, Zeit für Unternehmungen, Spiele, Gespräche, Ausflüge, Zeit für Neues.
Es ist gut, dass der Kalender etwas luftiger ist,
leichter wirkt und Termine nicht so drängen.
Es ist gut, zur Ruhe zu kommen, auszuspannen,
zu chillen.


Neben vielen anderen Angeboten, Attraktionen, Veranstaltungen, Reisen, die wir unternehmen können, bietet sich auch Jesus in dieser Zeit an.
Der Glaube sollte in den Ferien- und Urlaubstagen nicht vergessen werden.
Jesus lädt uns ein, bei ihm zur Ruhe zu kommen.


Wenn man diesen Vers genauer übersetzt, heißt er:
Auf, zu mir alle, die (ihr) euch müht und belastet! Ich lasse euch ausruhen!
Jesus lädt uns ein, zu ihm zu kommen, ausruhen lassen. Und spannend ist, dass das steht:
Auf, alle zu mir die ihr euch müht und belastet.
Also kann ich auch mit den Dingen und Sorgen zu Jesus kommen, mit denen ich mich selbst belaste.
Ich kann zu ihm kommen mit den Fragen, die ich mir stelle, und mit den Mühen, die ich mir – vielleicht unnötigerweise – auferlege.
Jesus bietet also an, die Last bei ihm abzulegen,
sie ihm zu sagen, ihn um ein Mittragen zu bitten.
Er lädt uns ein, sein Joch auf uns zu nehmen.
Ein Joch verbindet zwei Zugtiere in der Landwirtschaft.
Ein Joch verbindet zwei Brückenpfeiler einer Brücke.
Ein Joch ist also etwas, das verbindet, Verbindung schafft, gemeinsam tragen lässt.
Jesus sagt: Nehmt mein Joch auf euch – das lese ich mit: verbinde dich mit mir, und ich trage dein Leben mit.
Verbinde dich mit mir und ich gebe dir von meiner Kraft, meiner Haltung.
Das Joch, das Jesus uns auflegt, ist ein Angebot der Beziehung und Verbindung zu ihm.


Noch einmal zum Text:
In der Einheitsübersetzung heißt es:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.“
Da bietet uns Jesus mehr als Ruhe an.
Jesus will uns „erquicken“.
Ein in der heutigen Zeit eher unübliches Wort.
Erquicken, Erquickung.
Was ist das?
Im Duden steht zu „Erquickung“:
Augenweide, Balsam, Erfrischung, Genuss.
„erquicken“ wird umschrieben mit: neu beleben, stärken, erfrischen.
Im Grimmschen Wörterbuch steht zu lesen:
Erquicken: wieder quick machen, neu beleben,
vom Tode (zum Leben) erwecken, mit Speise stärken, zum Leben erwecken.
Quelle:
https://woerterbuchnetz.de/?sigle=WBNetz-Suche


Das ist doch in diesen Tagen – nicht nur in der Ferienzeit, ein super Angebot:
Jesus will mich stärken, neu beleben, vom Tode zum Leben erwecken.
Wenn ich das so lese, dann kann und darf die Urlaubs- und Ferienzeit eine tiefe und enorm wichtige Bedeutung
erlangen.
Ich kann die Zeit in diesen Tagen und Wochen nutzen, nachzuspüren, was in mir wieder neu belebt werden sollte.
Ich kann der Frage nachgehen, wo etwas in mir abgestorben ist, wo etwas neu zum Leben kommen sollte.
Was bedarf der Neubelebung, der Wieder-belebung in mir? In meinem Alltag, in meinen Beziehungen, in meinem Glauben?
Wo liegt etwas brach?
Jesus will mich neu beleben, mich stärken,
zum Leben erwecken.
Eine erholsame Botschaft in diesen Ferien- und Urlaubstagen.
Eine Botschaft, die mich zu leben führen will, ganz gleich, ob ich am Strand liege, in den Bergen wandere oder zu Hause bin.


Amen