Predigten
Predigt von Pfarrer Peter Göb zum 15. Sonntag im Jahreskreis A
Lesungen: Jesaja 55,10-11 und Röm 8,18-23
Evangelium: Mt 13,1-23
Alles, was wir tun, wirkt sich aus.
Alles hat eine Wirkung. Manchmal eine schwache, manchmal eine starke.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an Worte, die man ihnen als Kind gesagt hat? Sprüche, Sprichwörter, Zuschreibungen: das kannst du nicht, sei ruhig, mach das richtig, lass das… usw.
Es sind Worte und Zuschreibungen, die sich teilweise tief eingeprägt haben, an denen sie vielleicht noch heute denken, die sie positiv geprägt haben oder an denen sie zu knabbern haben.
Worte können tief fallen – Worte können aufbauen oder niederschmettern.
Bei manchen Menschen dauert es lange, bis sie sich von den Worten, bzw. den Wirkungen der Worte gelöst haben oder von Aufträgen, die mit den Worten verbunden sind.
Manches werden wir gar nicht abschütteln können.
Die biblischen Texte heute sprechen auch von Worten und deren Wirkungen und von Offenheit.
In der Lesung war vom Regen und vom Schnee die Rede, die zum Boden fallen und nicht in derselben Form zurückkehren.
Der Prophet vergleicht das Wort Gottes damit.
Auch das Wort Gottes zeigt seine Wirkung, verändert, oft im Stillen.
Das Evangelium ist eine Einladung, das Wort Gottes in uns, in mir wirken zu lassen.
Wir hören Worte der Schrift, wir lesen sie, einmal, mehrfach.
So kann ich das Evangelium dahingehend deuten, dass ich der Ackerboden bin.
Gott wirft sein Wort, seine Liebe, seine Gnade für mich und in mich aus.
Wohin fällt sie gerade? Auf fruchtbaren Boden? Oder fällt der Glaube aktuell ins Gestrüpp der Alltagssorgen?
Die Alltagssorgen und -fragen kommen oft von außen. Dinge, die uns bedrängen, Ansprüche, die andere an uns haben und stellen. Einflüsse, denen wir uns nicht entziehen können.
Gott wirft sein Wort, seine Liebe für mich und in mich aus. Wie offen bin ich dafür? Wie tief bin ich im Glauben zu Hause? Verwurzelt? Wie tief ist das Wort Gottes gefallen.
Oder bin ich hart und verschlossen für das, was Gott mir sagen will? Welchen Plan er für mich hat?
Es braucht eine Haltung der Offenheit –
Auf Gott vertrauen ist ein Wagnis. Ausgang oft unbestimmt.
Das Evangelium ist eine frohe Botschaft der Zuwendung Gottes zu uns Menschen, wir dürfen uns ihm öffnen, seine Frucht in uns und durch uns aufgehen lassen.
Wir sind der Ackerboden, wir sind aber auch diejenigen, die ausstreuen, die säen.
Das geschieht, wenn wir anderen vom Glauben erzählen, wenn wir Kindern, Enkelkindern, Rede und Antwort stehen und die Fragen beantworten.
Das geschieht in der Gemeinde durch die Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung.
Da stellt sich immer wieder die Frage: Auf welchen Boden fällt das, was wir tun, bei den Kindern und Jugendlichen?
Geht da was auf? Kommt da was zum Blühen?
Es gibt Beispiele, wo das, was wir tun, auf fruchtbaren Boden fällt und Wirkung zeigt, es gibt Beispiele, wo sich aktuell keine Wirkung feststellen lässt.
Dennoch. Das Evangelium ist ein trostreiches Wort.
Wir säen – wohin es fällt, ist nicht immer leicht zu bestimmen und einzugrenzen.
Es wirkt – vielleicht gleich für eine kurze Zeit – vielleicht langsam, vielleicht kurz oder auch dauerhaft.
Für alles gibt es Beispiele.
Ich finde, das Evangelium heute ist ein Evangelium der Verschwendung.
So wie Gott verschwenderisch mit seiner Gnade, Liebe, Barmherzigkeit umgeht, so dürfen auch wir verschwenderisch damit umgehen.
Daher gilt es, einfach zu säen, einfach auszustreuen. Und darauf zu vertrauen, dass da was wächst, dass eine Wirkung kommt.
Es gilt, keine Grenzen zu ziehen, wohin das Wort Gottes, wohin der Glaube fallen darf und wohin nicht.
Wir dürfen uns unter die Großzügigkeit Gottes stellen und Gottes Großzügigkeit im Leben weitergeben.
Denn, so finde ich:
Gott glaubt an Dich
Er glaubt, dass Du sein Wort aufnehmen kannst und Frucht bringen kannst.
ER glaubt an Dich, dass Du sein Wort aussäen und verschenken kannst.
Was immer du tust: Gott glaubt an Dich.
Amen.